5.         Organisation von Bildungsprozessen

5.1             Raumkonzept und Materialvielfalt

Jede Gruppe verfügt über einen großzügigen Gruppenraum sowie einen angrenzenden Nebenraum. Darüber hinaus stehen den Kindern die Flure als zusätzliche Spiel- und Bildungsräume zur Verfügung. Alle Räume werden von den pädagogischen Fachkräften individuell und bedürfnisorientiert gestaltet und orientieren sich an den Interessen sowie am Entwicklungsstand der Kinder. So entstehen je nach aktuellen Themen und Bedürfnissen beispielsweise Verkleidungsbereiche, Baulandschaften, Kreativangebote, Rollenspielbereiche oder Bewegungslandschaften.

Die Gruppenräume sind mit vielfältigen, altersgerechten Spiel- und Lernmaterialien ausgestattet. Diese werden regelmäßig ausgetauscht, ergänzt oder umgestaltet, sodass sie den aktuellen Interessen, Entwicklungsaufgaben und Bedürfnissen der Kinder entsprechen. Dadurch schaffen wir eine anregende Lernumgebung, die zum selbstständigen Entdecken, Forschen und Spielen einlädt.

Jede Gruppe nutzt außerdem einen gemeinsamen Bewegungsraum. Dieser ist mit einer Sprossenwand, Langbänken, großen Bausteinen zum Bauen von Höhlen und Bewegungslandschaften sowie einer Schaukel ausgestattet. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachzugehen, ihre motorischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihre Kreativität auszuleben. Gleichzeitig bietet der Bewegungsraum Raum für Begegnungen mit Kindern aus anderen Gruppen und fördert so soziale Kontakte über die eigene Gruppe hinaus.

Auch die Gärten beider Häuser werden gruppenübergreifend genutzt. Der Garten der alten Schule bietet unter anderem verschiedene Klettermöglichkeiten, eine Nestschaukel sowie eine Fahrstrecke für Fahrzeuge. Im Garten am Klosterberg laden ein Sandkasten, ein Klettergerüst sowie verschiedene Balancier- und Klettermöglichkeiten zum Spielen und Entdecken ein. Sowohl im Garten als auch im Bewegungsraum begegnen sich Kinder aus unterschiedlichen Gruppen und erweitern dadurch ihre sozialen Erfahrungen.

Um die Selbstständigkeit der Kinder zu fördern, dürfen eine festgelegte Anzahl von Kindern den Garten oder den Bewegungsraum eigenständig nutzen. Zu Beginn werden sie dabei intensiv von den pädagogischen Fachkräften begleitet und lernen gemeinsam die Regeln sowie den sicheren Umgang mit den verschiedenen Bereichen kennen. Sobald die Kinder die Abläufe verinnerlicht haben und sich sicher orientieren können, erhalten sie zunehmend die Möglichkeit, diese Bereiche selbstständig zu nutzen.

Die pädagogischen Fachkräfte bleiben dabei jederzeit präsent. Sie kontrollieren die Bereiche in regelmäßigen Abständen und stehen den Kindern als verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Verfügung. Die Kinder wissen, dass sie sich jederzeit an das Personal wenden können – beispielsweise, wenn sie sich verletzt haben, Unterstützung benötigen oder Konflikte nicht eigenständig lösen können. Gleichzeitig erleben sie Vertrauen in ihre Fähigkeiten und lernen, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Alle Innen- und Außenbereiche unserer Einrichtung sind kindgerecht und sicher gestaltet. Durch eine sorgfältige Auswahl der Materialien, regelmäßige Sicherheitskontrollen sowie eine übersichtliche Raumgestaltung schaffen wir eine Umgebung, in der die Kinder selbstständig handeln, sich ausprobieren und vielfältige Erfahrungen sammeln können. So verbinden wir Sicherheit mit Freiräumen für eigenständiges Lernen, Bewegung und soziale Begegnungen.

5.2             Tagesablauf

UhrzeitAblauf
07:00 – 08:15 UhrBringzeit für alle Kinder. Ankommen, Begrüßung und individueller Start in den Kindergartentag.
08:15 – 08:30 UhrAufräumzeit und letzte Tür- und Angelgespräche mit den Eltern.
08:30 – ca. 09:00 UhrMorgenkreis mit Begrüßungsritualen, Liedern, Zählen der Kinder, Besprechung von Wochentag und Datum, Vorstellung des Tagesablaufs, Informationen zu den Angeboten sowie Einteilung der offenen Bereiche.
09:00 – ca. 12:15 UhrFreispielzeit mit gleitender Brotzeit, pädagogischen Angeboten in Klein- oder Gesamtgruppen sowie Zeit für Garten, Waldtage oder Spaziergänge.
12:15 UhrMittagessen für die Gruppen Biber und Bären. Gleichzeitig beginnt die Abholzeit (Ende der Kernzeit).
12:45 UhrMittagessen für die Gruppen Mäuse und Igel.
13:00 UhrMittagessen für die Gruppen Eulen und Salamander.
ca. 13:45 UhrRuhe- und Schlafenszeit 
Ca. 15:00 Uhr – 16:30 UhrZusammenlegung der Gruppen, Freispielzeit, Abholzeit
  

5.3             Bildungs- und Entwicklungsdokumentation

Die Beobachtung und Dokumentation der kindlichen Entwicklung ist ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Durch gezielte Beobachtungen können wir die Interessen, Stärken, Bedürfnisse und Entwicklungsschritte jedes einzelnen Kindes wahrnehmen und individuell darauf eingehen. Gleichzeitig bilden sie eine wichtige Grundlage für die Planung unserer pädagogischen Arbeit sowie für die Zusammenarbeit mit den Eltern.

In unserer Einrichtung arbeiten wir mit dem Beobachtungsbogen KOMPIK. Dieser wird einmal jährlich ausgefüllt und dient als Grundlage für die Entwicklungsgespräche mit den Eltern. KOMPIK ist ein standardisierter Beobachtungsbogen, der die Entwicklung des Kindes in verschiedenen Bereichen erfasst, beispielsweise in den sozialen Kompetenzen, der emotionalen Entwicklung, der Sprache, Motorik sowie den Lern- und Arbeitsfähigkeiten. Dadurch erhalten wir einen umfassenden Blick auf die Entwicklung des Kindes und können individuelle Fördermöglichkeiten erkennen.

Zusätzlich nutzen wir die Beobachtungsbögen SELDAK und SISMIK.
Der SELDAK („Sprachentwicklung und Literacy bei deutschsprachig aufwachsenden Kindern“) unterstützt uns dabei, die sprachliche Entwicklung von deutschsprachigen Kindern gezielt zu beobachten und zu begleiten. SISMIK („Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen“) wird bei Kindern mit mehrsprachigem Hintergrund eingesetzt. Der Beobachtungsbogen hilft dabei, die Sprachentwicklung sowie das Interesse an Sprache und Kommunikation wahrzunehmen und individuell zu fördern.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil unserer Dokumentationsarbeit ist der ICH-Ordner der Kinder. Dieser begleitet die Kinder durch ihren Kindergartenalltag und wird gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften und den Eltern gestaltet. Im Ordner werden besondere Erlebnisse, Projekte, Fotos, kreative Arbeiten und Alltagssituationen aus dem Kindergarten gesammelt und häufig mit kurzen Texten ergänzt.

Auch die Eltern gestalten den ICH-Ordner aktiv mit. Sie können Seiten über Urlaube, Geburtstage, Familienerlebnisse oder besondere Ereignisse aus dem Alltag ihres Kindes hinzufügen. Dadurch entsteht ein lebendiger und persönlicher Ordner, der die Lebenswelt des Kindes widerspiegelt.

Die Kinder dürfen ihren ICH-Ordner jederzeit mit nach Hause nehmen, ihn gemeinsam mit ihrer Familie anschauen und anderen zeigen. Gleichzeitig dient der Ordner im Kindergartenalltag oft als Gesprächsanlass und zur Kontaktaufnahme mit anderen Kindern. Gemeinsam betrachten die Kinder Fotos und Erinnerungen, erzählen von ihren Erlebnissen und kommen miteinander ins Gespräch. Dadurch werden Sprache, Selbstbewusstsein und sozial Kontakte gefördert.